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Information zur Bekämpfung von Neophyten

Neophyten sind gebietsfremde Pflanzenarten, die sich von ihrem Heimatstandort aus vor allem durch menschliche Aktivitäten, in andere Länder und Kontinente verbreitet haben.

Im, global gesehen, kleinen Tirol haben sich manche Weitwanderer massiv erst vor etwa 40 bis 50 Jahren verbreitet. Der Klimawandel lässt die Arten nun auch in die Höhe steigen, und da wird es problematisch, denn hier treffen die meist wuchsfreudigen und sehr flexiblen Pflanzen auf hochsensible Gebirgsflora. Die Probleme fangen jedoch schon im Tal an.

Die Neuankömmlinge sind ebenso so vielfältig wie die Probleme, die sie verursachen: Einige von ihnen, wie die „invasive“ Goldrute, verdrängen massiv die heimische Pflanzenwelt und tragen so zum Verlust vieler Arten bei. Gehen Pflanzenarten zurück, betrifft das auch Insekten und in weiterer Folge Vögel. Einige Arten, wie die Beifuß-Ambrosie, sind potentiell gesundheitsschädlich für Menschen. Andere können, wenn sie etwa im Futterheu vorhanden sind, Nutztieren gefährlich werden.

Um Natur, Mensch und Tier vor den Folgen der Gebietsfremdlinge zu schützen, hat das Land Tirol eine Strategie für Tirol im Umgang mit Neophyten erarbeitet. Und man zählt dabei auf Information und Mithilfe der Bevölkerung. So kann man das Auftreten von Neophyten an die zuständigen Stellen melden. Aber auch im eigenen Garten kann etwas gegen Neophyten getan werden. Doch dies ist alles in allem keine einfache Sache: Als erstes müssen die Arten erkannt werden. Bei der Entfernung vieler Neophyten sollten Schutzmaßnahmen (Handschuhe, etc.) beachtet werden. Der richtige Zeitpunkt für die Entfernung ist entscheidend und auch die Entsorgung will genau überlegt sein.

Zu den häufigsten Neophyten in unserer Gegend zählen Sommerflieder, Beifuß-Ambrosie / Ragweed (Ambrosia artemisiifolia), Südafrikanisches Greiskraut (Senecio inaequidens), Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera), Kanadische und Riesen-Goldrute (Solidago canadensis und S. gigantea) und der Staudenknöterich.

Um Neophyten wirksam bekämpfen zu können und unsere Artenvielfalt zu erhalten, ist jede Mithilfe sehr wichtig. Bei Fragen bezüglich Artbestimmung oder Maßnahmen, kontaktieren Sie bitte Herrn Mag. Dr. Konrad Pagitz (konrad.pagitz@uibk.ac.at) / 0512 507 51059) oder Herrn Matthias Karadar, MSc (naturimgarten@tsn.at / 0512 581 465).

Funde können auch an das Meldesystem weitergeleitet werden. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Neophyten
Foto: Leiner