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Neophyten-Management

Umweltbaustelle im MOOR & MORE

Für jeweils eine Woche im Juli und im August tauschten junge Leute aus ganz Österreich ihre Freizeit gegen einen Einsatz in der Natur. Ihr Arbeitsplatz war das Moor&More am Fuße des Niederkaisers.

(Info: Unter dem Begriff „Umweltbaustelle“ werden Arbeitseinsätze für Natur und Umwelt verstanden. Angeboten und koordiniert wird dies vom Österreichischen Alpenverein.)

In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Kitzbühler Alpen und dem Alpenverein Sektion Wilder Kaiser wurde im Moor&More die Umweltbaustelle durchgeführt. Unentgeltlich waren insgesamt 16 junge Leute zwischen 16 und 30 für eine Woche lang damit beschäftigt das Moorgebiet von Drüsigen Springkraut – einem invasiven Neophyten - zu befreien. Die TeilnehmerInnen leisteten wichtige Naturschutzarbeit in einem hochsensiblen Lebensraum. Moore haben eine erhebliche Bedeutung für die Biodiversität und erbringen unerlässliche Ökosystemdienstleistungen (Hochwasserschutz durch Wasserspeichervermögen, Klimaschutz durch CO2-Speicherung).

Neben der Arbeit im Moor kam die Freizeit nicht zu kurz. Sei es bei abendlichen Wanderungen, beim Bouldern, im Hochseilgarten, beim Mountaincartfahren oder bei einer Moorführung waren die TeilnehmerInnen stehts mit Eifer dabei. Vielen Dank an dieser Stelle den Beteiligten für das Ermöglichen eines so abwechslungsreichen Freizeitprogrammes!

Neophytenbekämpung entlang der Großache

2020/2021 wird der Fokus auf die Großache gelegt, denn hier ist besonders im Gebiet zwischen St. Johann in Tirol und Kirchdorf ist eine ungebremste Ausbreitung des japanischen Staudenknöterichs zu verzeichnen.

Der Tourismusverband sowie die Gemeinden Kirchdorf und St. Johann haben sich in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement regio³ entschlossen den Staudenknöterich zwischen der Brücke beim Achenzipf und der Furtherbrücke gezielt zu bekämpfen.

Im Zuge dessen werden die weitverzweigten Wurzelsysteme des Staudenknöterichs ausgebaggert und entsorgt. Über einige kontaminierte Bereiche wird zudem eine schwarze Folie, die mit Brettern und Eisenhaken befestigt ist, ausgebracht.

Neophyten-Patenschaft

Seit 2019 wird aktiv gegen die Ausbreitung der invasiven Arten Drüsiges Springkraut und Japanischer Staudenknöterich vorgegangen.

Dafür wurden sogenannte „Neophyten-Patenschaften“ verteilt. Die Polytechnische Schule, die Volksschule, die Kindergärten Neubauweg und Bahnhofstraße, das Jugendzentrum, die Neuen Mittelschulen 1 und 2, sowie das Bundesgymnasium beteiligten sich an dem Projekt der „Neophyten-Patenschaft“. Sie alle haben jeweils einen Platz mit besonders hohem Aufkommen des Drüsigen Springkrauts zugewiesen bekommen, der von ihnen betreut wird. Mindestens zweimal pro Jahr wird dieser Fleck von den „Paten“ bearbeitet, mit dem Ziel, diese invasive Pflanze zu schwächen.

Außerdem engagieren sich vier St. Johanner Vereine bei der Bearbeitung von Flächen mit Japanischem Staudenknöterich. Der Obst- und Gartenbauverein, der Alpenverein, der Turnverein sowie der Tennisverein sind aktiv tätig, um das Ausmaß in Zaum zu halten. Unterstützung in sämtlichen Belangen finden alle Aktiven bei der Biologin Irmgard Silberberger und Michael Aufschnaiter von der Straßenmeisterei.


Schwarze Folien

Die schwarzen Teichfolien, die Sie vielleicht schon im Gemeindegebiet entdeckt haben, erfüllen die Aufgabe zur Abdeckung von Japanischem Staudenknöterich. Hierzu werden diese Pflanzen bis zum Grund zurückgeschnitten, anschließend bedeckt und mit Steinen oder Brettern beschwert. Die Folie verursacht vegetationsfeindliche Bedingungen, sodass der invasive Neophyt mit der Zeit abstirbt und nicht mehr neu nachwachsen kann.


Ablagerung von Gartenabfällen

Ausdrücklich untersagt ist die Ablagerung von allen möglichen Gartenabfällen (Rasenschnitt, Äste, Blumen ...) außerhalb des eigenen Grundstücks. Vor allem in waldnahen Siedlungen ist die Verlockung groß, den Rasenschnitt im Wald abzulagern. Doch genau dieser Nährstoffeintrag kann das Wachstum von invasiven Pflanzen fördern, welche nährstoffreiche Böden lieben.


Gebietsfremde Arten: Springkraut & Co.

Der Biologe Franz Goller hielt einen Fachvortrag über invasive Arten in unserer Region. Da Franz seit vier Jahren das Neophytenmanagement in Kössen betreibt, hat er praktische Erfahrung, wie mit den Pflanzen umgegangen werden muss. Diese Erfahrung teilte er mit den Zuhörerinnen und Zuhörern und diskutierte ihre Fragen.

In der Marktgemeinde St. Johann in Tirol wird dieses Jahr mit dem Neophytenmanagement begonnen. Es haben sich der Obst- und Gartenbauverein, der Turnverein, der Alpenverein und der Tennisverein bereit erklärt, beim Vorhaben das Auftreten des Staudenknöterichs sowie des Drüsigen Springkrauts zu vermindern, tatkräftig mitanzupacken. Neben den Vereinen werden sich die St. Johanner Schülerinnen und Schüler in den letzten drei Schulwochen für den Naturschutz einsetzten. Auch die Jugendlichen vom JUZ werden bei der Neophyteneindämmung mitwirken.